Die eigentliche Arbeit im «Wingert» leistet die Natur. Aber ohne tatkräftige Mithilfe der Bauern und ihrer Helfer (jeder Rebstock muss innerhalb eines Jahres ca. 13-mal besucht werden) würden wir wohl kaum jedes Jahr Schweizerwein in der gewohnten Qualität geniessen können.
Der Rebschnitt
Das Weinjahr beginnt im Januar und Februar mit dem Rebschnitt. Altes Holz wird entfernt und die Zahl der Fruchtruten wird bestimmt. Eine geringe Anzahl an Fruchtruten ergibt einen hochwertigen Wein, da die wertvollen Inhaltsstoffe nicht auf zu viele Trauben verteilt werden müssen. Der Rebschnitt ist bei uns echte Handarbeit.
Binden der Reben
Im März und April, wenn die Reben anfangen zu «weinen» – so nennt man den Saftaustritt an Schnittwunden – werden die Fruchtruten nach unten gebogen und gebunden. Durch das Biegen und Binden wird eine gleichmässige Verteilung der Triebe erreicht.
Bodenbearbeitung
Ab April wird der Boden mit verschiedenen Arbeitsgeräten wie Fräse, Kreiselegge und Mulcher mechanisch aufgelockert. Dies dient dazu, das natürliche Bodenleben anzuregen.
Pflanzenschutz
Ende April/Anfang Mai kommt es zum Austrieb. Nun beginnt die Phase des Pflanzenschutzes gegen Pilzkrankheiten wie den echten und falschen Mehltau. Je nach Witterung müssen die Rebschutzspritzungen im Laufe des Sommers insgesamt 5-7 Mal durchgeführt werden.
Während und nach der Blüte
Während der Blüte, Ende Juni, sollten die Reben möglichst ihre Ruhe haben. Die Zeit der Selbstbefruchtung beim Wein sollte von kurzer Dauer sein, um eine Verrieselung oder das Verblühen ohne Befruchtung zu vermeiden. Läuft die Befruchtung schlecht, kann die Erntemenge stark eingeschränkt sein. Um ein Abbrechen der Reben zu verhindern, werden die am Bogen wachsenden Reben in dieser Zeit «aufgebunden». Damit werden die einzelnen Reben quasi in die gewünschte Form gebracht. Auch werden vom Bauer schon Fruchtansätze weggeschnitten, um den Ertrag zu mindern und gute Qualitäten zu ernten.
Laubarbeiten
Während der ganzen Wachstumsperiode zwischen Juni und August sind die Bauern mit Laubarbeiten beschäftigt. Auch muss die Traubenzone von Blättern entfernt werden, um die Durchlüftung der Trauben zu fördern. Bei Regen trocknen diese dann besser ab und die Voraussetzungen für einen Pilzbefall werden verringert.
Die Trauben werden weich
Ende August/Anfang September werden die Trauben dann weich. Von nun an beeinflusst die Witterung im verstärkten Masse die Entwicklung der Trauben, die Qualität und die Oechsle.
Wimmeln
Im Oktober ist es dann endlich soweit: Die Trauben können geerntet werden. Unsere Trauben werden in Handarbeit «gewimmelt», nur so kann der Bauer faule oder unreife Trauben konsequent auslesen.